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Freitag, 16. Mai 2014

Teil 4: Start of a new beginning

-Osterferien 2014-
Der anfängliche Schock sollte verfliegen, als nach dem ersten überstandenem Wochenende soetwas wie Akzeptanz und Alltag eintrag, doch nicht ohne diesen bitteren Geschmack des Unwissens auf meiner Zunge zurück zulassen. Die geregelten Strukturen waren es, die die Unterscheidung der Tage so schwer machte, doch dennoch zählte ich verbittert die Stunden bis Dienstag. Der Hoffnungsschimmer.

-Dienstag, der 22.04.2014-
Frau S. Und herr K. statteten mir am frühen Nachmittag den ersehnten Besuch ab und das Gespräch gab mir neuen Mut. Frau S. erzählte mir, dass zwei Freundinnen im Jugendamt angerufen und besorgt nach mir gefragt hatten. Sie durften ihnen keine Auskünfte geben, versicherten ihnen jedoch, das es mir gut ginge. Ich jedoch kann kaum beschreiben wie glücklich diese Nachricht mich gemacht hatte. Ich war nicht vergessen. Es waren Ferien, die zwei waren auf Urlaub, doch mein Fehlen war dennoch nicht an ihnen vorbei gegangen und sie hatten nach mir gesucht...
Zweiteres sollte mich noch weiter aufmuntern und das war die Aussicht der baldigen Entlassung aus der Schutzstelle, denn diese müsse frei gehalten werden und ich daher so schnell wie möglich untergebracht. so öffnete mir meine Anwesenheit dort den Platz in der Trainingswohngruppe, den ich ansonsten wohl gar nicht bekommen hätte~ Frau S. erklärte, dass die TWG für Jugendliche sei, die zwar wie ich bereits auf eigenen Beinem stehen konnten, aber -was sie für überaus wichtig empfand- nochimmer die Unterstützung der Gemeinschaft benötigen und dort bekommen. Ich sollte nicht mehr allein sein.
Zwei weitere Wochen würde ich noch ausharren müssen. 
Auch meine Vertrauenslehrerin rief mich am selben Tag noch an, um sich nach mir zu erkundigen. Endlich wieder mit Menschen zu reden, die ich mochte, tat mir unglaublich gut.

Doch das viele Essen hingegen machte mich verrückt. In diesen zwei Wochen war es mit der ES so schlimm wie lange nicht mehr. Zu viel geschah um mich herum, dass sich nicht so einfach händeln ließ, ich nivht händeln konnte. Jedes Gespräch, jede Beobachtung, jeder Gedanke daran wie es wohl weiter geht, belastete mich. Und ich konnte mir nicht helfen, als obendrauf noch die banale doch unglaubliche Angst vor der Gewichtszunahme zu haben. Wie unsinnig es doch eigentlich ist. Hätte ich mich doch eher über die gute Versorgung freuen sollen, hätte meinem Körper endlich etwas gutes tun sollen. Stattdessen habe ich so viel erbrochen wie lang nicht mehr, obwohl ich normale Portionen aß...
Ich hatte es einfach nicht unter Kontrolle. Kein bisschen.
Es war schrecklich.  Es war zu viel.

-Donnerstag, der 24.04.2014-
Als ich das Bad verließ, verstummten die Stimmen und man starrte mich erschrocken an. "Ist etwas?", fragte ich vorsichtig.
"Ach quatsch, der Vollidiot von J. dachte nur, dass du dir gerade den Finger in den Hals steckst, weil du so lange im Bad warst"
"Ja was denn?! Sie ist eben so dünn, dass ist voll krass und ich dachte, ich sei dünn aber im Vergleich bin ich voll fett.Das ist doch abartig"
"Boar J.! Sie kann doch nichts dafür, wenn sie die Krankheit hat!"
"Es war doch auch nicht böse gemeint"
-"Ich habe mich nicht erbrochen..." , warf ich kleinlaut in die Runde ein. Und diesmal war es sogar die Wahrheit gewesen.

-Freitag, der 25.04.2014-
Frau S. hat mich Mittags abgeholt.  Zusammen fuhren wir nach AE, zu mir nach Hause, um noch ein paar persönliche Dinge zu holen, die für mich im Moment ganz wichtig sind. 
Schon der erste Schritt ins Haus fiel mir unglaublich schwer und fast wäre ich umgekehrt und wieder herausgerannt. Die Atmosphäre war so  seltsam, befremdlich, bedrückend. 
Da stand sie vor mir, meine Mutter, nach einer Woche ohne Kontakt.  Auch sie wusste nicht, wo ich war und - hatte mir nichts zu sagen. Ich war verunsichert. 
"Wenn sie wollen können sie gerne die spätere Einrichtung für ihre Tochter besichtigen" - ..."Nein danke"
Noch belastender: in seinem verlassenem Zimmer zu stehen, in dem man seine Kindheit verbracht hatte, das voller Erinnerungen steckte, und unter den Augen von Frau S., meiner Mutter, die durch Frau S. gezwungen war anwesend zu sein und meiner Schwester S., die auch noch dazu kam-immerhin zeigte es, dass es zumindest ihr nicht vollig egal war- ,schnell noch die wichtigsten Dinge einzupacken. In der Tasche landeten meine Zeichensachen, Schulutensilien, Klamotten und Bücher.
Ich verabschiedete mich noch einmal von den geliebten Vögeln.
Welch unglazublich befreiendes Gefühl das Haus wieder zu verlassen und davon zu fahren.
Mein Magen zog sich zusammen. Nicht vor Hunger. 
Vielleicht wollte ich einfach weinen. Aber mit Gefühlen konnte ich noch nie so wirklich. 

Und noch nie hatte ich mich so sehr auf den Schulbeginn gefreut gehabt.

Dienstag, 6. Mai 2014

Teil 1: Sie klingt wie Glas-

"Sie klingt wie Glas-
Wie bald bricht das!
Ist hohl inwendig.
Hier glänzt sie sehr,
Und hier noch mehr:
Ich bin lebendig!" - Goethe~ Faust (Der Tragödie erster Teil)
____________

Wie viel kannst du tragen?
Wie viel verkraften?
Wie viel wegstecken?
Wie viel verdrängen?
Und wie viel vergessen?  Bevor du z e r b r i c h s t?

Das sind Fragen, die mich schon so lange begleiten. Wie viel muss man ertragen, bis genug einfach genug ist?
Nun sitze ich hier in meinem Übergangszimmer, in einem fremdem Bett, an einem fremdem Ort mit der alt bekannten Tasse gefüllt mit allzu gekanntem Cappuccino mit wer weiß wie vielen Kalorien, weiß weder wie es weiter geht noch wo ich stand und denke und frage mich, war genug nun endlich genug?

-1- Donnerstag, der 17.04.2014 :
Letzter Schultag vor den lang ersehnten Osterferien. Doch wo war die Freude auf die wohlverdiente Auszeit? 48kg glatt, sagt die Waage, doch noch immer dies flaue Gefühl im Magen. So müde, so erschöpft, so ausgelaucht, ernüchtert.
'Dir scheints nicht gut zu gehen'-meinte Frau P. Besorgt Als sie mich in der Schule sah. 'Wenn du etwas brauchst, dann sag bescheid, ja'
'Alles bestens, mir gehts super', mit dem gefakten Lächeln im Gesicht, eine weitere Lüge gegenüber ihr und vorallem mir selbst. In Wahrheit war ich unbeschreibbar zerissen, aufgewühlt, wusste weder ein noch aus.
Hoffnung gab der angekündigte Besuch von Frau S. -jetzt wird alles besser, halte durch- Doch im Gegenteil.
Sie kam und kam nicht. Derweil musste ich auf meinem Schreibtisch zwei Briefe vorfinden, von meinen Schwestern. Wollte sie gleich wegwerfen, dort konnte nichts gutes drinnen stehen. Am Abend zuvor hatte meine Älteste Schwester mich bereits über Facebook fertig gemacht gehabt und jetzt noch Briefe.
Meiner Mutter ihr Freund hatte früh indes die obige Küche ausgeräumt, mein ganzes Zeug, weg. Nicht mal mehr Tee kannst du dir Kochen, obendrein hatte er mein Essen gefunden, dass ich in der hintersten Ecke des obersten Regals verstaut hatte und - mitgenommen. Und ich weiß nur noch, ich hatte unglaublichen Hunger und Frau S kam und kam nicht. Unten fand ich dann den Kontoauszug. Mein Lohn war gekommen, aufs falsche Konto, warum hatte ich mich auf die Verlängerung eingelassen, wo ich doch wusste das es schief gehen würde - Meine Mutter war nicht bereit mit mir zu reden. 80€ die mir zustehen, so viel hatte ich noch nie im Monat und gerade dann kassiert es meine Mutter ein. Schon gut. war meine Schuld.
Weiter im Gefühlschaos. Weiß nicht wohin mit den über die Woche aufgestauten Emotionen. Hin her, kaum ganz oben und schon wieder tief am Boden. Hab Hunger, will Essen, schleich mich runter und klau mir ihrs, sie nahmen meins, wie ein Tier. Fang an zu Fressen und zu Brechen. Ekel. Scham. Wut und Schmerz. Jetzt besser? Wohl kaum. Zurück zu den Briefen, wollte sie wegwerfen, sollte sie wegwerfen. Doch die Neugier siegte und die schnell niedergeschriebenen Worte auf fleckigem Druckerpapier trieben mir einen Dolch direkt ins Herz und zerrissen es.
~

Der Spätdienst kam gerade herein. Ein freundliches Lächeln, ein 'Gute Nacht' man sieht sich morgen. Zur frühen Stunde, am fremdem Ort mit neuen Gesichtern.
Vielleicht ist man doch angekommen.

Montag, 14. April 2014

Das ist das Gefühl, von Zuversicht

TS Probenwochenende... ging viel zu schnell vorbei...

Heute fiel mir dann erst einmal eine weitere Last von den Schultern. Die Präsentationen unserer Jahresarbeit stand an und durch das Probenwochenende habe ich mich nicht wirklich darauf vorbereiten können und mir gestern Abend natürlich total den Stress gemacht. Es ging um eines meiner großen Jahresziele.
Ich war so aufgeregt, mein Herz fühlte sich so an als würde es jeden Moment in meiner Brust zerbarsten. Rhetorisch, mündlich, war ich nie sonderlich stark und genau darauf wurde so viel wert gelegt.
Die Aufregung war umsonst. 10 von 10 für eine am Vorabend in Panik erarbeitete Präsentation. Zusammen mit den Punkten der schriftlichen Ausführungen, ich hab die 1, Ziel erreicht.

Aber noch viel wichtiger war das Gespräch mit Frau H. Sie hat einen Termin für morgen zusammen mit mir und meiner Mutter im Jugendamt gemacht. -Das heißt auch, dass meine Schulleiterin jetzt auch davon weiß-Sie hat bereits mit der Zuständigen, die schon einmal in meiner Familie war, gesprochen und dann mit meiner Mutter telefoniert. Meine Mutter hat nichts dagegen. Ich weiß nicht, ob das stimmt, denn sie hasst die Zuständige, dass weiß ich, dass hat sie oft genug gesagt. Nur zu Frau H. hat sie gelogen. Andererseits zeigt ihre "ach-geht-schon-klar-Reaktion" wohl auch, dass ich ihr wirklich eher egal bin. Es ist wieder dieses "Ja-Ja-aber bitte hör' dann auf mich zu nerven" -Ich weiß nicht genau wie man es ausdrückt.
Es ist jedenfalls meine Chance hier heraus zukommen.
Und ich weiß, ich bin bereit dafür.
Hier gibt es nichts, dass es wert ist, weiter hier zu bleiben und mich kaputt machen zu lassen.
Ich bin ziemlich aufgeregt, jetzt schon, muss dann gleich mir den Stoff für Physik in den Kopf hämmern und dann geh ich einfach zu Bett.
Frau H. meinte, ich solle mir überlegen, was ich morgen sagen soll, ohne scheu, einfach sagen, dass ich weg will. Ich habe nur das Problem, dass in bestimmten Situationen oder in der gegenwart bestimmter Menschen, ich kein Wort herausbringe, mein Kopf plötzlich gedankenleer ist und es mir verwehrt bleibt, zu sagen, was Sache ist. Ich habe einmal gelesen, man nenne dies Mutismus...
Eine Stunde, um zu sagen, was Sache ist.
Doch die Chance lasse ich mir nicht nehmen.
Etwas bin ich hin und her gerissen, aber eigentlich nur wegen meinen liebsten gefiederten Freunden -sie hängen mir wirklich sehr am Herzen-, den Freiheiten, die man hat, wenn niemand auch nur einen feuchten Dreck darum kehrt wo du bist oder was du machst und die Ungewissheit, welche Konsequenzen es noch für mein Leben geben würde, würde ich in die Wohnstätte ziehen, sie liegt immerhin ein ganzes Stück von hier...
Aber vermutlich muss ich das einmal abschalten.
Vermutlich ist es besser für mich.
Vermutlich.

Mein Gewicht hat sich auf 48 eingependelt, das finde ich gut. Ich hab schon lange nicht mehr abgenommen und auch nicht zugenommen -was verwunderlich ist, das ich am Wochenende regelrecht gefüttert wurde. Den Zustand würde ich gerne halten, ich fühle mich auch fitter. Das ist wirklich schön. Nur das mit dem Erbrechen habe ich immer noch nicht unter Kontrolle bekommen, höchstwahrscheinlich weil ich es auch nicht hinbekomme regelmäßig zu essen. Aber ich möchte mich auch nicht zu sehr darauf versteifen, jedenfalls nicht im Moment, sonst wird es wieder zu viel auf einem Mal.

Mittwoch, 9. April 2014

Rise your wings

Letzte Nacht, da hatte ich einen Traum gehabt. Ich weiß nicht wie lange es nun her ist, dass ich zuletzt einmal so einen richtigen Traum hatte, einen Traum, den ich nicht bestimmte, sondern einen Traum aus meinem tiefsten inneren, aus meinem Unterbewusstsein.

In diesem Traum beschloss ich einmal nicht nach zu denken. Vor allem nicht über Geld, vor allem nicht über Verpflichtungen, vor allem nicht über Konsequenzen.
Kopf aus, einfach handeln. 
Ich ging zur Bank und hob alles Geld ab, dass ich so hart zusammen gespart habe. Nicht so viel wie es sein sollte, aber es ist immer noch für meine Zukunft. Welche Zukunft? Verschwende bloß nicht einen Cent, horte, gib es nicht aus.
Aber wozu? Ich nahm das Geld und setzte mich in den erstbesten Zug und fuhr davon, ohne Ziel, ohne Rückfahrtschein. Einfach weg hier sagte ich. Weit weg, die Welt sehen. Hier gab es nichts, dass mich mehr hielt. Wohin war auch egal, denn jeder Ort, an dem ich noch nicht war, wäre eine Bereicherung.
Ich fuhr in die Hauptstadt, bald zur Müritz und dann wieder ins Gebirge. Hatte nur dass was ich bei mir trug und bald war das Geld futsch. Lebte als Straßenkind, lernte andere Straßenkinder kennen, fuhren schwarz von A nach B, ohne Ziel, ohne Rückfahrt, waren frei und ungebunden. Verdienten etwas Geld mit Straßenmusik und Streetart, bald ging's weiter ins Ausland auf der Ladefläche eines Caddys.
Frei und ungebunden, ausgestiegen, einfach der Nase nach.
Kein Gestern, kein Morgen.
Waren namenlos und ohne Identität, aber das war egal.
Denn wir waren  Frei und ungebunden, ausgestiegen.

Mein erster Traum, nach Ewigkeiten. Was sagt das mir?
Wohl kaum, dass ich weg laufen sollte, doch dass es Zeit wird, mich zu lösen.
Ich habe mich schon immer so eingesperrt gefühlt, gezwungen und gedrängt. Da war stets dieser Drang, sich loszureißen. Ich will mein Leben leben und es so gestalten, wie ich es für richtig halte, für gut und schön.
Doch um wirklich frei werden zu können, so muss man sich erst von allem erdrückenden, zerrenden, einsperrenden und negativen Gedanken losreißen können. Man muss ehrlich zu sich selbst sein und darf nicht versucht es anderen Recht machen zu wollen. Denn es geht hier um einen selbst und man selbst entscheidet darüber, was man eben tun will oder nicht, darüber was gut oder schlecht ist. Wir selbst entscheiden, wer wir sein wollen. Wir schaffen uns Tag für Tag von neuen, verbessern, korrigieren oder zerstören, um dann vom neuen aufzuerstehen.

Es wird Zeit, dass ich an mich denke. An mich selbst.
An das was ich will und was mich glücklich macht.
Denn nur so kann es gehen und was andere dazu sagen ist egal.
Denn ich entscheide, wer ich sein möchte und wohin ich gehen will.'
Nur wer das akzeptiert, gehört auch zu mir, die anderen schaden mir nur.
Ja, es wird Zeit, dass ich die Fesseln abschlage, meine Flügel ausbreite und fliege.
"We can be free, We can learn to fly" 
Meine Obsession für Engel und Vögel hat schon ihren Grund. Sie sind und bleiben meine liebsten Motive.


Montag, 31. März 2014

I don't wanna live like a broken record

Every second's soaked in sadness Every weekend is a warAnd I'm drowning in a deja vuWe've seen it all before 
I don't wanna do this by myselfI don't wanna live like a broken recordI've heard these lines a thousand timesAnd I've seen it all before~
Das Lied fasst mein Wochenende perfekt zusammen.
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Heute in der Mittagspause...
C. fragte, ob wir raus gehen wollen, nicht ganz nach draußen, es war ja etwas frisch und ich frier doch so schnell, aber raus aus dem Klassenzimmer. R. und S. kommen mit. Warum nicht? Zu Bewegung sag ich niemals nein, man sitzt ja sonst die meiste zeit. Jedenfalls dachte ich, wir würden etwas umher laufen.
C. sah mich bedrückt an. "Aurora wir wollen mit dir reden. Wir machen uns etwas Sorgen"
Damit hatte ich nicht gerechnet. "Du weißt, wenn bei dir Zuhause irgendetwas ist, dann kannst du immer zu mir kommen. Wirklich, das ist kein Problem." "Du bist nur so dünn geworden", meinte R. "Deshalb warst du auch bei Frau H. nicht war?"
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich dachte immer, ich sei so unsichtbar. Ich habe auch nie etwas wirklich etwas dagegen gemacht, wollte nie jemanden zur Last fallen oder gar Sorgen bereiten und immer dachte ich, ich sei unsichtbar.
Ich versuchte immer mich nützlich zu machen, sagte immer Ja, dann wusste ich, ich wurde gebraucht. Habe stets geholfen wo es ging, aber immer im Hintergrund. Nur selten, sehr selten kam etwas zurück, aber das fand' ich nicht so schlimm und immerhin dachte ich, ich sei unsichtbar.
Warum dachte ich, ich sei unsichtbar?
Ich wusste nicht was ich sagen sollte, meinte es sei schon besser geworden, war total überrümpelt.
Warum dachte ich, ich sei unsichtbar?
R. drückte mich ganz fest. "Wir sind immer für dich da, ja?"
Nein, ich bin nicht unsichtbar.
Ich bin nicht unsichtbar.
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Ich ließ den Tag ruhig ausklingen, noch immer müde, noch immer kraftlos, aber noch nicht verloren.

Montag, 24. März 2014

Missunderstandings

Ich bin aufgegangen wie ein Hefekloß, ein ekliger, aufgedunsener und fetter Hefekloß - fühl mich schrecklich.
Müde, kaputt und jetzt auch noch... fett.
Wie der größte Versager.
Ich versuch mir zu sagen, es ist nicht schlimm, gleichzeitig lege ich mir einen WorkOut-Plan zurecht.
Ich sage mir, dass man es gar nicht sieht, gleichzeitig suche ich meine weitesten Klamotten, um mich unter ihnen zu verstecken.
Ich sage zu mir, dass das so nur gesünder und besser für mich sei, gleichzeitig überlege ich, wie ich es so schnell wie möglich wieder runter bekomme. War ja doch besser, mit weniger.
Hab geweint, mich gehasst, war dann wieder völlig neu motiviert.
Hin und her.
Wollte essen, hab's gelassen.
Hin und her.

Ein Bissen. Zwei Bissen. STOP.
Gut und Schlecht.

Richtig und falsch.
Krank oder doch gesund?
Bin ich denn krank? JA! - NEIN! Manchmal mehr manchmal weniger.

Ich weiß grad gar nichts mehr. 

Das Ergebnis des Gespräches meiner Mutter und Frau H ist leider auch nichts ganz das, was ich mir erhofft hatte. -Oder was hatte ich mir erhofft?-
Wird sich nun etwas ändern? Etwas wirklich ändern? Und wurde ich erneut mit leeren Versprechungen berieselt? Die Worte kamen mir alle bereits so vertraut vor und ich lernte sie zu hassen. Wie kann man jemanden glauben, der einen bereits so oft belogen hatte? Ich kam wieder nicht zu Wort. Ich hatte doch so viel zu sagen. Lass bitte zu Wort kommen. Ich hab dir noch was zu sagen.
Sie möchte keine Hilfe von außen.
Die anderen sollen auch erstmal nichts davon erfahren.
Ein erneutes Eingeständnis.
Ein es tut mir leid.

Ich sollte froh sein. Sollte. Froh sein.
Mir bleibt wohl nichts, als zu warten.

Aber raus da, raus da komm ich nicht allein. Wohl auch nicht mit ihr. Ganz sicher nur ohne die andere.


Donnerstag, 20. März 2014

#25

Ich steige früh auf die Waage. 

48.5. 
Geh runter. 
Wieder hoch. 

48.5.
Geh wieder runter. 
Erneut hoch.

48.5. 
Wie hast du das angestellt? 

Wie? 

Heute war das nun schon dritte Treffen mit Frau H. Sie bemüht sich so sehr. Noch nie hat sich jemand um mich so sehr bemüht.
Heute war so wundervolles Wetter, deshalb machte sie den Vorschlag, dass wir anstatt in der Schule zu sitzen zum McDonalds fahren und dort reden könnten. McDonalds?
"Ich habe leider kein Geld mit" "Und ich lade dich auch ein und du brauchst gar nicht erst so bescheiden zu sein" 
Am Ende war es ein Mozzarella Salat, vier von diesen Käsesticks mit Tomaten Dip, die sie mir dazu noch aufdrückte und eine Apfelschorle. Aß ich... innerhalb von 2 Stunden.
2 Stunden in denen sie mir Vorschläge machte. "Wärst du abgeneigt von zuhause auszuziehen? Ich denke es würde dir gut tun, wenn du unter Gleichaltrigen wärst, in einer WG. Im Grunde lebst du ja schon bereits auf eigenen Füßen" - über meine schulischen Leistungen und dem Arbeiten sprachen "Es ist nicht deine Aufgabe, dich zu versorgen. Ich weiß gar nicht wie du das alles schaffst mit so wenig~" und wir meine gesamte familiäre Situation noch einmal aufwühlten. Ich erzählte ihr von meinem Schwestern. Der einen, die bereits ausgezogen ist, mit Kind und Freund ne Stunde von hier wohnt und nicht zurecht kommt. Der anderen, die im Behindertenheim ist. Der einen, die die Schule abbrach und nun mit ihrem Frühchen noch hier hockt und ihrer Zwillingsschwester, die sich die Ausbildung verbockte. Und der kleinen, die alles hat. Sie meinte, ich sei das typische Sandwich-Kind. Ich erzählte ihr von meinem Vater, meiner Mutter, deren Trennung. Und dem Neuem. "Wenn man das so hört, dann fragt man sich wirklich wie du dort landen konntest. Du scheinst wirklich die einzige zu sein, die sich bemüht und einen völlig anderen Weg geht." -"Ich möchte später mal nicht mehr so leben müssen"

Und dann? 
Dann traf es mich wie einen Schlag und ich war völlig überrümpelt.
Sie hat sie viel gestochert, weil ich so dünn sei. Ich habe gesagt, dass wir nicht zusammen essen und ich mich auch nicht einfach etwas nehmen darf, dass ich kein Frühstück in der Schule habe, dass ich nicht in die Küche geh' wenn jemand da ist, aus Angst vor dummen Kommentaren wie "Die Nudeln sind abgezählt" oder "Iss nicht so viel, sonst wirst du noch fetter" Das war's.
Sie sah mir besorgt in die Augen und sagte: "Wenn ich das so höre und deine dünnen Arme sehe, so scheint es mir als hättest du Bulimie" 
In dem Moment rannten mir zu viele Gedanken durch den Kopf, anstatt dass ich sagen könnte, was genau ich gedacht habe. Sieht man mir das an? Kann man jemanden so etwas ansehen? War es geraten? Weil ich so langsam gegessen habe? Ich verstand das nicht.
Wie?
Mir war es so unglaublich unangenehm, habe mich geschämt. Mir war es so unglaublich peinlich, wenn dass das richtige Wort dafür ist. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte.
Ich fühl mich schlecht.
Ich war nicht ganz ehrlich zu ihr. Das tut mir so schrecklich leid. Es macht mich ziemlich fertig. Ich lüge eigentlich nicht. Eine Lüge frisst mich auf.  Lieber sag ich... nichts. Sie fragte mich, ob ich mich öfters übergeben würde. Meine Gedanken rannten, konnte sie nicht ordnen, eine zu lange Pause entstand. Ich sagte nur, dass das schon mal passiert sei. Die Wahrheit ist, dass ich am Tag eine Mahlzeit habe, die in 70% der Fällen in einer FA übergeht und unweigerlich über der Schüssel endet. Wenn ich esse, dann kommt es mir mittlerweile schon von allein wieder hoch. Aber oft mach ich nichts dagegen. Und dann fühle ich mich so widerlich, so ekelhaft. Ich bin ekelhaft. Das konnte ich ihr nicht sagen.

Noch so vieles war gesagt, dass ich mir alles noch durch den Kopf gehen lassen muss. Das Gespräch hat mich ziemlich aufgewühlt.
Am Ende gab sie mir noch einen Brief für meine Mutter. Eine Einladung zu einem Gespräch am Montag. "Wir müssen handeln. Bitte versteh' dir bleibt sonst nicht mehr viel Zeit" 
Sie möchte meine Mutter sagen, wie sehr mich die Situation belastet, meine meine Mutter mir nicht zuhört und dass es nicht sein kann, dass sie ihren Pflichten als Sorgeberechtigte nicht nachgeht...
Ich habe ihr den Brief noch nicht gegeben. Er liegt hier direkt neben mir im weiß gebleichten Kuvert.
Ich weiß nicht genau wie meine Mutter darauf reagieren wird.
Ich werde ihn ihr geben.
Gleich morgen.
Was hab ich da los getreten?
Ich habe ein Tabu gebrochen.

Donnerstag, 13. März 2014

-X-

Wie schnell ein zuvor so schöner Tag sich schlagartig in das direkte Gegenteil wenden kann.

Ich weiß nicht was ich falsch mache.
Was ich die ganze Zeit wieder und wieder falsch mache.
Sie soll mir endlich sagen, was ich falsch mache.

Denn ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Immer wird die Schuld auf mich abgewälzt. Doch mich hat es auch verletzt. Es hat sich direkt in mein Herz gebohrt, wie ein in Gift getränkter Dolch. Nur weil ich nicht gleich in Tränen ausgebrochen bin? Nun ich war nie gut darin, meine Gefühle zu zeigen.
Ich habe es bis in mein Zimmer geschafft.

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich war nie laut, habe mich nie beschwert. Ich kann noch nicht einmal den Mut aufbringen, jemanden wirklich anzufeinden, geschweige denn zu verletzten, egal wie sehr es doch eigentlich in mir brodelt. Ich kann es nicht.
Sie selbst hatte mir gesagt, wenn mich etwas stört, dann soll ich es sagen.
Und ich habe etwas gesagt.
Und das war falsch.
Ja, vermutlich war genau das mein Fehler.

Und dann habe ich auch noch gesagt, sie soll mich nicht belügen, denn ich weiß, dass sie lügt.
Die ganze Zeit. 
Und die ganze Zeit weiß ich, dass sie nicht die Wahrheit spricht.
Doch ich habe nie diskutiert, diskutieren wollen.

Ich mache es nur richtig, wenn ich still bin wie die Maus im finstersten Loch.
Ich mache es nur richtig, wenn mich keiner sieht, keiner hört als würde ich gar nicht existieren.

Aber ich will das nicht.

Ich will hier weg. Ich will endlich hier weg. Ich war hier nie erwünscht, habe nie dazu gehört, sollte schon längst nicht mehr hier sein.
Was mache ich noch hier?

________________________________________________________________
Ich habe mich halbwegs beruhigt. So richtig weinen konnte ich auch nie.
Und anstatt zu weinen hätte ich lernen sollen. Nun ist es bereits Viertel vor Neun und ich weiß nicht wie ich das morgen machen soll.

Aber immerhin gibt es etwas, auf dass ich mich morgen freuen kann. Ich werde morgen eine alte Internetfreundin zum ersten Mal treffen. Wir werden am Samstag gemeinsam zur Buchmesse fahren. Darauf hatte ich mich auch heute schon die ganze Zeit gefreut gehabt.
Welch gigantischer Trost, das Wochenende über nicht "Zuhaus" sein zu müssen.

Dienstag, 18. Februar 2014

51

Nimm dir eine Auszeit oder zwei.
Und denk' etwas nach.
Über dich.
Oder.
Ertränk' dich.
In Aufgaben und Pflichten.
Um keinen Gedanken fassen zu können. 


Das erste Halbjahr ist vor rüber und ich habe jetzt 2 Wochen Ferien. Nur so richtig drüber freuen kann ich mich nicht.
2 Wochen Einsamkeit.
Meine Freunde sind in den wohlverdienten Urlaub gefahren und ich häng hier fest. Allein. Mit meinem Kopf. Und meiner Familie.
Aber die schenkt mir ohnehin keine Beachtung.
Meine älteste Schwester hatte am Sonntag Geburtstag und mein Opa und ihr Freund und Vater ihrer Tochter, beschlossen sie her zu schleifen. Hab sie Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Als es mir einmal richtig mies ging hatte ich mit ihr geschrieben gehabt, meinte, mir ginge es nicht gut, was los war, konnte ich nicht sagen. Sie meinte, es täte ihr leid, dass ich so lange zu kurz gekommen sei. Ich hab mich auch nie beschwert. Aber das würde sich jetzt ändern.
Sonntag hat sie dann nicht einmal Hallo gesagt. Nicht einmal ein Hallo.
Genauso wie mein Opa. Den habe ich jetzt schon seit gut 2 Jahren nicht mehr gesehen. Er musste Sonntag Abend wieder fahren, hat man mir gesagt, gesehen habe ich ihn nicht. Er nicht mal Hallo gesagt. Mehr hätte ich gar nicht gebraucht, als ein Hallo, ein einzigstes Wort, dass mir zeigt, ich bin noch da. Nur ein Hallo.
Das einzigste Mal, dass man mit mir sprach, war als meine Mutter mir zufällig auf dem Weg zum Klo entgegen kam. "Willst du mit Kaffee trinken? Es gibt Schwarzwälder, den magst du doch so gern" "Nee.." "Okay.."

Natürlich, ich hätte mich selbst dazu gesellen können. Aber ich störe, Ich merk es. Hätte alles nur schlimmer gemacht. Was ist so schlimm daran. Ich weiß es nicht, aber es tut weh. Irgendwo, tut es einfach weh. Wär ich hingegangen. Es wäre nur schlimmer gewesen.
Man will mich nicht dabei haben.
Aber lasst mich nicht allein, mit mir.
Ich war schon immer fehl am Platz.
Aber bitte lasst mich nicht allein, mit mir.
Mit mir selbst.
Und ich verschwinde.
Ich will nicht.
Aber ich verschwinde.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Next Generation L O S T

Und wie ich mich doch stets an Erinnerungen klammere. Ich versuche sie einzufangen, in ein gläsernes Kästchen zu sperren und nicht mehr raus zu lassen, sodass ich auch nicht eine verlieren kann. Denn das wäre immerhin das schlimmste, sie zu verlieren. Sind sie es doch, die einem am Leben halten, einem daran erinnern, warum das Leben lebenswürdig ist.
Deshalb sammle ich allen möglichen Kleinkram. Von Plektrums über Flyer bis hin zu den guten alten Fotos. Ich sehe sie mir gerne an, wenn ich traurig bin und versuch mir ins Gedächtnis zu rufen, dass es eben doch auch gute Momente gibt und das Leben nicht vollkommen aus Schmerz besteht
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Die Exkursion heute nach Dresden war wirklich schön. Dresden ist schön, lange Busfahrten sind schön, die Sonne ist schön. Das DLR_School_Lab befindet sich in einer alten Kamerafabrik und überdacht unter anderem auch noch etlich Ausstellungen über die Geschichte der Fotographie & Fototechnik,  aber auch über die Entstehung des Computers mit richtig alten Gerätschaften und Naturwissenschaftskram. Die Experimente, die wir machen duften waren doch cooler als gedacht. Das Erste handelte von der Effizienz der organischen Photovoltaik, die Zukunft der Solartechnik und das Zweiten von den Vorteilen der Faserverbundwerkstoffe, wo wir schön viel kaputt machen durften, um die Belastbarkeit verschiedener Kunststoffe zu testen :) -interessiert wahrscheinlich keinem, das ganze Streberzeug- Auf jeden Fall hatten wir ziemlich viel Spaß gehabt, auch wo wir noch in den Ausstellungen herumirren durften, auch wenn wir mehr Zeit dafür gebraucht hätten. Aber ist eigentlich auch immer so, wenn man mit Freunden unterwegs ist.
Im Grunde war die Aktion natürlich eine reine Berufs- und Studienorientierungssache und vor allem eine große Werbeaktion für die TU-Dresden und das DLR, die natürlich die angepriesene junge Intelligenz -uns wurde es ja schon so eingebleut, dass es ein Privileg war überhaupt hinfahren zu dürfen- für sich begeistern will , denn wie die Projektleiterin schon zu uns sagte: "Unter euch sitzen mit Sicherheit die Naturwissenschaftler von morgen" Doch auch wenn ich mich sehr für innovative Errungenschaften interessiere, die unsere empfindlichen Ökosysteme entlasten und damit die Welt in der wir leben nicht mehr gar so zerstören und ich diese Arbeit auch überaus wichtig und unentbehrlich einstufe, aus mir selbst wird wohl keine Naturwissenschaftlerin.

Adventure Time

Mal ein etwas anderes Selfie-





Den Rest des Abends versuche ich jetzt einfach zu vergessen.
Zuhause gibt es eben nicht, nicht für mich. 

Montag, 3. Februar 2014

Tabletten natürlich~

Ich hatte heute den Termin bei meiner Hausärztin. Ich weiß nicht genau warum ich solche Angst davor hatte. Sie ist ziemlich nett, anders als ihre Kollegin in der Praxis~
Als sie mich sah, lächelte sie. "Wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen und jetzt steht hier nun schon eine junge Dame" Zuletzt sahen wir uns, da war ich 11? Zu meiner letzten Impfung?
"Deine Schwester war auch letztens hier gewesen", und ihr lächeln wurde breiter, "Ich hatte ihr Kind entdeckt" Die vierte diagnostizierte Schwangerschaft in ihrer gesamten Laufbahn als Allgemeinärztin, wie sie voller Stolz sagte.
Sie stellte mir dann noch ein paar Fragen meine Schlafstörung betreffend. Könnte die Ursache nicht auch physischer Natur sein?


-"Es ist mittlerweile schon sehr belastend. Habe auch letzte Woche durchweg verschlafen, weil ich meine Wecker dann einfach nicht mehr höre"
"Du schaust auch ziemlich erschöpft aus"


"Und grübelst du Abends dann sehr viel? Oder belastet dich gar in letzter Zeit etwas so stark, dass dich dann nicht mehr loslässt?"
     -"Naja... wenn man so lange wach da liegt kann man nicht anders als zu denken und zu denken. Da kommt dann alles zusammen"

Sie verschrieb mir vorerst einfache Schlaftabletten, die man auch noch selbst bezahlen muss, da die Krankenkasse sie bei dieser Stärke noch nicht übernimmt. Ich wollte eigentlich keine Tabletten nehmen und ich weiß, dass es keine Dauerlösung ist, aber die Aussicht wenigstens in nächster Zeit mehr schlafen zu können, beruhigt einen ungemein.
Ich solle sie erstmal ein oder zwei Monate nehmen und wenn es dann nicht besser wird sehen wir uns wieder.
Ich habe meiner Mutter gerade das Rezept in die Hand gedrückt und gesagt wie dringend es wäre, befürchtete ich doch schon sie würde sagen, ich könne sie mir doch selbst kaufen und dann irgendwelche banalen Ausreden erfinden, warum sie es mal wieder nicht könne. Aber zum Glück meinte sie, sie würde sie morgen gleich holen. Ich hoffe sehr, dass sie es auch tut. was sie sagt und was sie dann am Ende macht, sind zwei verschiedene Dinge. Es wäre nicht das erste Mal, das sie mich hängen lässt. Nur von dem geld, dass ich vom Zeitungsaustragen bekomme, kann ich mir nun wirklich nicht noch Medikamente kaufen... Aber noch viel enttäuschender finde ich es, dass sie es erst schwarz auf weiß braucht, bis sie erst einmal vernimmt, dass ich nicht schlafe. Ich hatte es ihr schon so oft gesagt, aber entweder sie hört mir gar nicht erst zu, gibt abfällige Bemerkungen, das ich nur stören würde oder nimmt mich nicht einmal wahr.

In der Schule hingegen wurde ich heute gefüttert~ erst schenkt mir T. ein Ü-Ei als Entschädigung, dass er letzte Woche in Kunst etwas von meiner guten Acrylfarbe ausgedrückt hatte. Ich kam noch einmal drum herum und konnte einen Teil der Schokolade verteilen, bekam dann aber von S. noch zwei Stück Schocketten rüber geschoben und hey, R. hatte gestern noch gebacken und mir einen großen Schokomuffin mitgebracht, was eigentlich total süß ist von ihr und über diese gutwilligen Aufmerksamkeiten habe ich mich auch mega gefreut, wenn mich das Essen nicht so quälen würde. Besonders S. und R. bringen mir oft etwas zu essen mit, fragen warum ich nie Frühstück mit habt. Ich bin ehrlich, sag, "Ich bekomme keines". Das ich es nur gut und Recht so finde, verschweige ich natürlich. Und morgen möchte T. auch noch Kuchen für unsere coole Fensterreihe mitbringen, im Rahmen des neu gegründeten 'Backzirkels'

Ich versuche es mal auszublenden, habe heute für mich noch immer unfassbare 52.9 kg gewogen. ich weiß nicht genau, warum ich in letzter zeit mit einem mal, mit EINEM mal, so viel abnehme, Aber hey, mich soll es nicht stören :')
[Wenn ich morgen noch unter der 53 bin mache ich eine neue Note in die Liste ♥]

Freitag, 31. Januar 2014

» XI - Warum sich auch sorgen?

Sie ist wieder daheim. Alles okay, sagen sie.
Vielleicht hätte ich gar nicht erst nach dem Grund ihres Krankenhausaufenthaltes fragen sollen.
Vielleicht hätten wir einfach weiter machen sollen wie bisher.
Fremde, die zufällig unter ein und demselben Dach wohnen.
Warum so genervt? Warum so entgeistert?
Ich bin doch nur ihre Tochter.
Ich hätte ihr so gerne ins Gesicht geschrien, was für Sorgen ich mir gemacht hatte, dass ich mir die Augen ausgeheult und unglaubliche Angst hatte. Angst. Um sie.
Mir war es nicht egal.
Und vielleicht war das der Fehler.
Aber natürlich habe ich nichts gesagt. Ich konnte nicht.

Ich hab die letzten zwei Tage zu Hause verbracht. War das erste mal in meinem Leben krank geschrieben. Ich sollte mich ausruhen, hatte die Ärztin gesagt. Ich war tatsächlich beim Arzt. vor Montag, meinem eigentlichen Termin.
So richtig krank war ich überhaupt nicht. Aber ich war emotional so aufgewühlt gewesen, ich hätte es in der Schule wahrscheinlich gar nicht ausgehalten.
Aber davon sage ich natürlich nichts.

Ausruhen. Damit war leider nicht viel. Meine Schwestern hatten zu viel Stress gemacht.
Warum können sie mich nicht einfach raushalten. Ich bin ihnen egal und von dem ganzen Zeug will ich überhaupt nichts wissen. Warum müssen diese Streitereien auf mich abgewälzt werden. Ich habe ihnen gesagt, dass es mich fertig macht. Ich habe es ihnen GESAGT.
Habe nichts mit ihnen gemeinsam und nichts mit ihnen zu tun.
BITTE
Lasst mich gehen.

Und das einzigste was mich aufmuntert und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist mein fallendes Gewicht.
Neustes Tief von Gestern: 53.2. Ich konnte es gar nicht glauben, stieg wieder und wieder auf die Waage. Wie konnte ich über Nacht ganze 800g verlieren? Warum klappt das auf einmal so gut.
Heute waren es dann wieder 53.8, aber egal, hab mich auch nachmittags gewogen.
Und morgen bin ich wieder viel unterwegs.
Aber ganz möchte ich dem Schein noch nicht trauen.

Mittwoch, 29. Januar 2014

» X

Er kommt rein.
"Kannst du mir bitte einmal helfen?"
"Bei was?"
"Ich weiß nicht wo deiner Mutter ihre Sachen sind"
"Wieso?"
"Sie liegt im Krankenhaus" 
Sie ist zusammen gebrochen. Einfach so. Keine Infos. Niemand weiß warum.
Überfordert.
Intensivstation.
 "Okay versucht am besten etwas zu schlafen. Morgen wisst ihr mehr." 
Natürlich.
Geh hoch. Sperr zu. Weine.
Beruhig mich. Musik ganz laut. Male.
Alles beim alten.

Montag, 27. Januar 2014

»IX - Manchmal muss man über seinen Schatten springen können

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie lange es her ist, dass ich normal geschlafen habe. Letzte Nacht verbrachte ich schlaflos, genau wie die Nacht davor. Lag in meinem Bett und dachte und dachte und dachte. Und mein Organismus macht nicht mal eine durchgemachte Nacht mehr mit und dementsprechend ging es mir heute auch.
Ich stand vollkommen neben der Spur, habe dem Unterricht nur schwer folgen können und nach der siebten bekam ich auch noch Herzrasen und total zittrig, sodass ich mich für den Airbrush-Kurs entschuldigen musste.
Ich habe einer Freundin versprochen zum Arzt zu gehen. "So lange wie das bei dir schon so geht, sind die Ursachen bestimmt schon physisch..."
Das ist durchaus möglich. Ich schraube sogar meine Jahresarbeit über Schlafstörungen und je mehr ich mich damit auseinander setzte, umso mehr wird mir bewusst, dass es bei schon ernst geworden ist.

Es belastet mich zur Zeit wirklich sehr.
Und wahrscheinlich bin ich auch selbst schuld daran oder zumindest mittlerweile.
Ich mache meinen Körper kaputt.
Ich habe soviel gelesen und weiß doch wie wichtig zum Beispiel bestimmte Vitamine für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus sind. Und wo sollen die her kommen, bei meiner Ernährung...
Ich habe einmal gelesen, dass man an dem Verlust der Mineralstoffe, der durch das Erbrechen hervorgerufen wird, sterben kann.
Ich mache mich k a p u t t

Ich habe solche Angst vor Ärzten. Ich habe keine Ahnung warum. Meine letzte Impfung liegt Jahre zurück und ich habe mich immer gescheut. Das klingt vielleicht jetzt total bescheuert, aber ich bin viermal um das Gebäude herumgelaufen, bevor ich mich endlich getraut habe, es zu betreten. Vor der Tür hielt ich noch einmal inne und holte tief Luft, dachte, eigentlich willst du das gar nicht, du weißt woran es liegt, geh rein und es kommt raus, was soll es bringen, am Ende geben sie dir nur Schlaftabletten, bitte gebt mir keine Schlaftabletten.
Aber ich konnte mich überwinden und habe jetzt einen - Termin.

"Ist es sehr dringend? Vielleicht kann Sie diese Woche noch einschieben"
"Nein, nein.. Es hat Zeit"

Am 3.2. Was soll ich meiner Ärztin erzählen? ._.
___________________________________________

Ich habe heute auch viel zu viel gegessen, mein Bauch ist soo... voll. Aber ich versuche mich abzulenken. Ich mein, ich habe nichts gegessen, weshalb ich mich schlecht fühlen sollte. Eine Banane, einen Apfel, Vollkornbrötchen mit Magarine und Salat, ein Paar alte Vollkornkekse, gekochten Blumenkohl und vorhin eine Tomate. Ein vollkommen grüner Tag. Ich würde mich nicht so schlecht fühlen, hätte ich es über den Tag verteilt gegessen. Wohl zu wenig getrunken.
Tu dir endlich mal was Gutes
Tu dir endlich mal GUTES.
Sport habe ich heute auch ausgelassen.

54.6 waren es heute nach der Schule.
Die sind jetzt weg, aber das ist nicht schlimm.
Heute nicht.

XOXO
xAurora

Samstag, 25. Januar 2014

»VII - 3 Tage


3 Tage habe ich es geschafft. Und länger nicht? 
3 Tage war ich stark. Und dann so schwach? 
3 verdammte Tage nur habe ich durchgehalten. Und dann war alles wie immer? 

Es fing eigentlich bereits Donnerstag Nachmittag an
Ich hatte meine Mutter darum gebeten gehabt, das nächste Mal, wenn sie einkaufen geht vielleicht auch mal etwas für mich mitzubringen. Obst. Gemüse. Etwas, dass ich essen kann. Ohne Bedenken.
Ich erzähle ihr seit Monaten. Ich bin Vegetarier. Wer keine toten Tiere sehen kann, der isst auch kein Fleisch. Habe ihr gesagt, dass ich mich seit Wochen von Brot mit Magerine ernähre.
Der Kühlschrank = voll mit. Wurst.
Danke Mum. Danke, dass du es mir so leicht machst. Zu. H U N G E R N

Warum hungere ich auch? Ich hätte essen können, essen dürfen. Am Freitag. A. hatte sich bei TS. solche Mühe gemacht, hatte es mir mehrmals angeboten. Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen. Seit Donnerstag Nachmittag nicht.
Doch ich hatte abgelehnt. Fühlte mich so gut. Ich habe V E R Z I C H T E T.
N E I N, gesagt. Einmal Nein gesagt.
Ich war so müde, kam um Acht nach Hause, stand kurz vor einem Tränenausbruch. Warum, mir ging es. Gut? sah den Berg an Zeitungen, der noch sortiert werden wollte. War so. Allein.
Laune < tiefer als tief
Bis um 12 habe ich die Zeitungen sortiert, und geweint. Warum habe ich geweint?

Heute früh konnte ich dann nicht mehr. Kein Wunder. 
Mir tat alles weh, kaum aufgestanden, erstmal geweint. wollte schlafen oder sterben, beides gibt sich nicht viel.
Warum? 
Draußen war es so kalt, so verdammt kalt. 4 Stunden war ich da draußen gewesen. Eingefroren, zittrig,  hungrig und schwach.
Also habe ich gegessen. Endlich gegessen. Viel zu viel gegessen.
Und dann. Im Gefrierschrank hier oben fand ich ganz hintern versteckt.. Vanilleeis.  Hier wird nämlich versteckt, vieles versteckt, Essen versteckt. 2 liter. Viel hatte nicht gefehlt. Jetzt ist es leer. Verschwunden. Im Abfluss. Roggenbrot und Vanilleeis und Magerine. Bis die Magensäure mit hoch kam.
Und. Es hatte sich. Gut. angefühlt.
Warum?
ICH  WILL DAS NICHT!
WARUM MACH ICH DAS?!

Gleich danach ganz viel Sport gemacht. Musste mich bewegen. Wieder auf andere Gedanken kommen. Der Hinterkopf voll mit unerledigten Aufgaben.
War so müde. Alles tat mir weh. Den ganzen Tag. Kein Wunder.

54.5 -habe jetzt bestimmt wieder zugenommen-

Dienstag, 21. Januar 2014

»V - Du willst es? Ja! Nein! Vielleicht!?!


Ich wäre heute in der Schule beinahe in Tränen ausgebrochen. Nur beinahe, konnte es zurückhalten, verstecken. Was bin ich froh. 
Ich hatte mir für dieses Schuljahr geschworen gehabt, nicht in der Schule zu weinen. Kein einzigstes Mal, welches ich bisher in den vergangenen Jahren noch nie geschafft hatte.
Der Anlass? Ganz klar: Enttäuschung, die Enttäuschung über mich selbst, dem Den-Eigenen-Ansprüchen-Nicht-Gerecht-Kommen-Können, das eigene Versagen. 
Wenigstens konnte ich heute meinen Vertrag als Zeitungsausträgerin verlängern, etwas positives. Ich hatte schon wirklich Angst gehabt ich könnte es doch nicht weiter machen. Ich brauche das Geld. Taschengeld gibt es keines, nicht für mich, hatte mich daran gewöhnt gehabt am Anfang des Monats wenigstens etwas zu bekommen. Das gab mir Sicherheit, ich konnte planen und investieren, aber vor allem gab es mir auch ein Gefühl der Eigenständigkeit, dem Nicht-Angewiesen-Seins. So wichtig im Leben, irgendwo zwischen Arbeit und HartzIV, was bin ich es leid.  


Darauf gleich einmal eine FA. Dabei lief es am Montag so gut. SO GUT. Ich hatte 3 dünne Scheiben Zwiebelbrot mit halbfett Magerine, 3 aufgeschwätzte Stücken Schockette gegessen (Ich weiß, sie hat es nur gut gemeint), einen Moccachino (150ml) aus dem Automaten, eine Tasse schwarzen Kaffee (200 ml) und ansonsten nur grünen Tee und Wasser getrunken.

Und dann heute Nachmittag, wollte ich es nicht anders machen. Ich hatte mir wieder eine Scheibe Brot mit Magerine und dazu ein Ei (ohne Eigelb, dass ich gewürzt in der Mikrowelle zum gerinnen gebracht hatte) gemacht gehabt. Aber dann sah ich die Reste in den Topf Nudeln mit Tomatensouce, den meine Mutter für ihren Lover und meine kleine Schwester zum Mittag gemacht hatte. Eine Nudel, man darf mal kosten, zwei Nudeln, sind schon drinnen, dann, DEN GANZEN REST. Und ich konnte mich nicht mehr bremsen, versuchte, scheiterte, schlang einfach alles was sich finden ließ in mich hinein. NOCH SCHNELLER, WARUM ERST KAUEN?!? - Ich platze - Jetzt behalte es auch drinnen, du eklige Kuh!- Ich kann nicht! - Du musst! - Ich werd' noch fetter! - DU MUSSTE! - ICH KANN'S NICHT!
An sich kann meine Zahnbürste nicht mehr Zahnbürste nennen...

Ich will abnehmen. Ja.
Aber nicht mehr speien. Nie wieder.
Ich brauche wieder mehr Disziplin, mehr Selbstbeherrschung. Wo ist sie hin?
Warum mach ich das?
Ich muss mehr Sport machen. Auf jeden Fall.
Aber nicht so viel essen. Unter gar keinen Umständen.
Ich darf den Mut nicht verlieren und muss weiter an meine Ziele halten. Sonst schaff ich nie etwas.


Ab heute zähle ich die Tage, an denen ich nicht speie.
Neue Pläne müssen her, neue Regeln.

54.7 kg


XOXO
xAurora

(Eine bereits etwas ältere Zeichnung von mir - noch immer der selbe Trott-)

Sonntag, 19. Januar 2014

»IV-Abschied nehmen

Es gibt viele Dinge für die ich bereits sowas wie ein Ritual entwickelt habe.  Zum Beispiel frühs aufzustehen. Ich stehe immer mit beiden Beinen gleichzeitig auf, dann gehe ich immer zuerst ins Bad und dann schaue ich immer nach den Vögeln. Ich brauche diesen kleinen Fix am Morgen. Sie bedeuten mir sehr viel, sind es doch die einzigen, die sich freuen wenn ich nach Hause komme, mir Gesellschaft leisten, wenn ich mich einsam fühle und mich mit ihrer Art aufmuntern, wenn ich traurig bin.
Ich habe zwei Nymphen, zwei Zebrafinken, einen Singsittisch, einen Barabandsittisch und zwei Wellensittische, oder hatte. Denn heute früh musste ich einen meiner Schützlinge tot auffinden. Wir hatten sie von einer Freundin aufgenommen, daher wusste ich nicht wie alt sie geworden ist. Panisch hatte ich versucht mich zu erinnern, wann sie zu uns kam, konnte es nicht, machte mir Vorwürfe, weil ich diejenige bin, die sich hier allein um die Vögel kümmert.
Was hatte ich falsch gemacht? 
Warum hatte ich es nicht bemerkt, wenn sie denn krank war?
Es ist meine Schuld.
Ich ließ die anderen aus den Käfigen, legte ihren starren zusammengefallenen Körper behutsam in einen Karton, reinigte den Käfig, sagte meiner Mutter bescheid:
"Naja das Viech wäre ohnehin früher oder später gestorben, was machst du da so ein Theater drum, jetzt hör auf zu weinen"
Tut mir leid, dass es mich mitgenommen hatte, tut mir leid, wenn mir das Viech so viel bedeutet hatte.
Mit einem halb verrosteten Spaten versuchte ich in der Kälte in die angefrorene Erde im Hof ein Loch zu schaufeln. Zu viel tam tam, meinte meine Mutter, wozu denn eine Beerdigung? Tut mir leid, dass ich so verletzlich bin.
Das Loch war gerade tief genug, um den Karton hinein zu legen.
Vielleicht hatte ich überreagiert. Aber vielleicht konnte sie nicht verstehen,  wie sehr ich an ihnen hänge und wie sehr mich der Gedanke, ich könnte mich nicht gut genug um sie gekümmert haben, quält. Und was ist falsch daran, wenn mir das Leben eines kleinen Geschöpfs so sehr am Herzen liegt. Sollte man Leben nicht schätzen egal wie klein es ist? 
Und Abschied nehmen fällt immer schwer.
Ich bin gerade so aufgewühlt, möchte einfach schlafen, aber die Gedanken surren durch meinen Schädel, so vieles ist heute noch passiert, doch ich habe bereits so viel geschrieben. 
Tut mir wirklich leid, wenn das alles jetzt etwas kindisch klingt, aber ich musste es gerade loswerden und vielleicht kann mich auch jemand verstehen.
-Damit fang ich besser nicht erst an-
XOXO
xAurora

Samstag, 18. Januar 2014

»III Aus der Bahn geworfen..

Wenn sich zu viele stressige Tage aneinander reihen, so scheint es, als würde bei mir oben etwas durchbrennen.
Einerseits bin ich froh die Woche endlich geschafft zu haben.  Immerhin hatte ich kaum Zeit gehabt mich etwas zu erholen, ein stressiger Tag folgte dem nächsten. Andererseits ging auch alles schief.
Nach meiner letzten FA vom Sonntag hatte ich mir vorgenommen gehabt, diese Woche speifrei zu bleiben. Mit Selbstbeherrschung endlich los kommen. Montag meine letzte Mahlzeit zu mir genommen und ansonsten hatte ich gehungert. 
Nicht, weil ich erhoffte so am besten noch mehr Gewicht zu verlieren, sondern weil ich fürchtete eine Mahlzeit könnte in ener FA enden oder ich  wieder an Gewicht zunehmen. Dass das nicht lange hätte gut gehen können, war klar gewesen. Denn ich bin so leicht aus der Bahn werfbar. Warum bin ich so leicht aus der Bahn werfbar?
Donnerstag nach der Schule war mir mein Vater in der Stadt entgegen gekommen. -Meine Eltern haben sich Gott sei dank vor ein paar Monaten endlich getrennt. Er wohnt jetzt weiter weg und er war zwei Monate wegesperrt gewesen, doch seit ein paar Tagen ist er wieder da- Ich hoffte, er würde einfach an mir vorbei laufen, mich nicht sehen, mich nicht kennen wollen, aber das wäre auch zu schön gewesen. Natürlich musste er mir absprechen, natürlich musste er mir Vorwürfe machen, natürlich musste er mir Dinge an den Kopf werfen, mit denen ich einfach nicht umzugehen weiß.
Und niemand war da als ich Heim kam, nichts konnte mich ablenken und da fing ich an zu essen. Viel zu viel, in zu kurzer Zeit. Hallo Toilette ._. Aussetzer hoch 10...
Freitag war nicht besser, aber immerhin war TS gewesen. Es ist spitze wenn man wenigsten am Ende der Woche noch etwas hat auf das man sich freuen kann, wo man mit Freunden zusammen sitzt und einem etwas vom der Last, die man mit sich trägt,  abfällt...
54,7
Nur nicht den Mut verlieren.
XOXO
xAurora