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Montag, 2. Juni 2014

Im Moment

Im Moment...
Es ist so schwer einen klaren Gedanken zu fassen.
Im Moment...
So schwer meine Aufgaben zu erledigen.
Im Moment...
Unmöglich mein Leben zu ordnen.

Ich bin es selbst leid, mich immer wieder entschuldigen zu müssen, für nicht getane Arbeit, vergessenen Hausaufgaben, unbeantworteten Nachrichten.
Manchmal, da fühle ich mich so schwach, dass selbst die Drehung im Bett viel zu mühselig erscheint. Ich fühle mich dann so stark in die Matratze gedrückt, als hätte man mich unter Zentnern von nasser Erde begraben, vorbereitend für den Tod, keine Chance zu atmen.
Und selbst liegen ist nicht ohne. Ich habe blaue Flecke an den Knieaußenseiten. Vom Liegen, auf der Seite. Und es schmerzt, wenn meine Knie aufeinanderliegen, als würden sie sich gegenseitig zerdrücken.
Ich fühle mich, als würde ich mit jedem Tag noch schwerer werden. Die Erdanziehung, nie war sie so belasted stark, zieht mich immer weiter zum Grund, bald ward ich zerdrückt von der eigenen Last.

Dabei ist Gegenteiliges der Fall. Ich habe sogar noch weiter abgenommen. Warum fühle ich mich nur so schwer?
Meine letzte Periode liegt nun 6 Monate zurück.
Wünschte grad ich könnte mich wieder täglich wägen, wie früher, hätte etwas Sicherheit, etwas Ruhe, die Erlaubnis zu essen ohne Erbrechen, doch mein Verstand sagt mir, es wäre fatel.
47.4 zeigte meiner Freundin ihre Waage, als ich mich in ihrem Bad des morgens heimlich wog. War über Nacht bei ihr gewesen. Haben so unglaublich viel gegessen "Lass uns heute einen Fresstag machen, das muss immerhin auch mal sein und ich habe diesen Monat noch einen offen und gerade dir würde es nicht schaden"
Das heißt, mein Magen war des Morgens auch noch so voll gewesen...
47.4
Mein Gewicht heute nicht zu kennen, möcht mir schier den Geist verbrennen. 
Warum fühle ich mich nur so schwer? So unglaublich schwer. Wohl würde ich mich nie als dünn empfinden. Ich bin's auch nicht-vielleicht ja doch.

Meine Mutter hat mich gestern angerufen. Es war das erste Mal nach über einem Monat, dass ich etwas von ihr gehört habe. Das Telefonat war kurz und kalt.
Sie meinte, dass sie die obere Wohnung untervermieten würden, aber mein Zimmer bliebe unangetastet. Sodass, wenn ich einmal über das Wochenende nach Hause käme, ich da schlafen könne. Sie würde sich freuen.

Am Freitag habe ich einem Termin bei einer Psychotherapeutin.

Mittwoch, 16. April 2014

Keep on going


I keep on going
'cuz I am still dreaming
still dreaming 
of a better 
future.
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Schon 25 Follower ♥ Vielen lieben Dank an euch, die sich tatsächlich die Zeit nehmen, das alles was ich schreibe zu lesen, eure lieben Kommentare und die Unterstützung <3 Immer wieder wenn man jemanden findet, dem es genauso ergeht wie einem selbst im Moment, fühlt man sich ein ganzes Stück weniger allein~  
Ich habe leider nicht so viel Zeit im Moment, daher werde ich erst am Wochenende auf die offenen Kommentare antworten und eure Blogs lesen :'3
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Wieder zwei Tage vor rüber und wieder hat sich so viel getan.
Ich bin eigentlich relativ glücklich mit dem Ausgang des Gespräches im Jugendamt. Natürlich ist bei weitem noch nicht alles gesagt, aber ich habe ein gutes Gefühl bei der Sache. So viel Unterstützung ist man gar nicht gewohnt. 
Die Reaktion meiner Mutter war vorhersehbar gewesen und bestätigt im Grunde auch alle meine Theorien über sie. Ein "Es war ja klar" erübrigt sich. Natürlich ist sie sich keiner Schuld bewusst, hat nach Ausreden gesucht, machte ein Dutzend leerer Versprechungen, die sie niemals halten würde.
Aber das verletzt mich nicht, nicht mehr.
Ich sagte, dass ich mich wohl Zuhause fühle, es eigentlich nicht mein Zuhause nennen kann und die ganze Situation und der Umgang mit mir mich ziemlich fertigt macht. 
Auch für Frau S, der Zuständigen vom Jugendamt, die unsere Familie, allerdings eher im Bezug auf meine Schwestern schon länger kennt, war schnell klar, dass ich raus sollte. Und meine Mutter willigte auch sofort ein, ohne wenn und aber, ohne ein "Aurora, es tut mir leid, aber bitte bleib" oder ein "Du bist doch meine Tochter und mir liegt viel an dir", eher wie ein, " Problem endlich aus der Welt geschafft, hau doch endlich ab" und füllte den Antrag aus.
Frau S möchte nun so schnell wie möglich eine Wohngruppe für mich finden, eine in der ich hinein passe, mit anderen Jugendlichen, die ähnliches durchgemacht haben, hier in der Nähe, sodass ich an meiner Schule bleiben und den Kontakt zu meinen Freunden halten kann. Das ist etwas schwierig, sie sind ziemlich voll, aber ich hoffe, sie findet schnell etwas. Am Donnerstag wird sie dann nochmal hier vorbei schauen, sich ansehen, in welchen Verhältnissen ich lebe und mit mir die weiteren Schritte bereden. 
Sie versprach, nichts geschieht ohne mein Einverständnis, -außer sie sieht mich in Gefahr-

Daher wurde ich auch verpflichtet heute noch meine Hausärztin aufzusuchen, um mich durchchecken zu lassen und um zu sehen wie es um meine Gesundheit steht bzw. wie viel ich wohl schon kaputt gemacht habe.. Also ich war da, drei Stunden warten für 10 min Sprechzeit, hab ihr das mit der Essstörung erzählt, so schwer wie es war, von dem Hungern, dem Fressen und dem Erbrechen, sie hat sich fein Notizen gemacht und stellte mir dann einen Überweisungsschein an einen Psychologen aus~ Untersucht hat sie mich nicht, wollte ich auch eigentlich nicht, dashalb hab ich wohl auch nicht weiter gesagt, so kleinlaut wie ich bin, wollts nichts wissen, wollte wieder aus der Praxis raus, sollte sie aber eigentlich. Meine Vertrauenslehrerin und Frau S wollen morgen natürlich wissen was bei raus kam, sie werden mich dann sicher bald nochmal zur Untersuchung zehren. 

Samstag, 22. März 2014

Me vs Me has always been my biggest fight

Eine Essstörung bedeutet im ständigen Kampf mit sich selbst zu sein.
24/7, rund um die Uhr.
Es hört nie auf, du kannst nicht davor fliehen.
Wie auch? Wenn dein größter Gegner doch du selbst bist.
Man kann nicht vor sich selbst davon laufen. 

Diese Gedanken verfolgen einen wohin man auch geht. Was immer man tut.
Sie sind immer da. 
Und rauben dir deine Kraft, die Kraft, die du brauchst, um gegen diese Stimmen, dieses Verlangen anzukämpfen.

Doch was wenn die Kräfte aufgezehrt sind?
Was wenn man sich nicht mehr wehren kann?
Wenn man z e r b r i c h t? 


Sie sagen, manchmal muss man erst ganz unten angelangt sein, bis es endlich wieder nach oben geht.

Nach dem Gräultag von gestern, hatte ich heute einen Totalaussetzer. Ich erwachte diesen Vormittag wie aus einem monatelangen Koma geweckt. Ich kann mich nicht erinnern, wann mir zuletzt sämtliche Gliedmaßen dermaßen geschmerzt haben. Ich rollte mich aus dem Bett, versuchte aufzustehen, doch meine Beine klappten fast weg. Ich verharrte kurz, holte noch einmal Luft und stemmte mich dann hoch. Ich fühlte mich so unglaublich schwer, so zu Boden gedrückt. So ähnlich muss sich der Wolf gefühlt haben, nachdem sein Bauch mit Ziegelsteinen gefüllt wurde, mit dem großen Unterschied, dass meiner furchtbar krampfte und nach Essen schrie.
Das mit dem Zeitungenaustragen ließ ich heute auch einfach bleiben. Wozu arbeiten, wenn man kein Geld bekommt? Die Kraft dazu hatte ich ohnehin nicht. Mir war das heute einfach e g a l.
Ich wusste, dass ich etwas essen musste. Die Tür unten war v e r s c h l o s s e n. Neuerdings pflegt meine Mutter am Abend die Wohnungstür zur unteren Wohnung, in der sich die Küche befindet, zu verschließen, damit des nachts nicht die unruhigen Gespenster wie ich eines bin, sich hinein schleichen und stören.
Ich hatte zum Glück noch einen kleinen Apfel, der war für die Vögel gedacht. Ich entschloss ihn zu teilen. Eine Hälfte verteilte ich an die Liebsten, die andere aß ich, einerseits froh nur so wenig gegessen zu haben, anderer seits noch immer hungrig, müde und schwach.
Als würde ich schlafwandeln irrte ich unruhig und vom eigenem Körper gepeinigt in der Wohnung umher. Ich wartete, dass unten die Tür auf ging. War sie überhaupt da? Ich hörte nichts. Versuchte mich abzulenken, malte, legte mich hin, nahm die Gitarre, stellte sie gleich wieder weg, versuchte zu schlafen, trank noch mehr Wasser. Meine Gedanken drehten sich immer noch ums essen, nur noch ums essen. Ich bedauerte nichts bares mehr daheim zu haben, aber das hatte ich mir auch selbst so vorgenommen, damit ich eben nicht einkaufen gehen kann. Ich verfluchte mich, dass ich mir kein Essen einteilen kann. Ich wurde fast verrückt.
Und dann endlich hörte ich die Tür aufgehen. Plötzlich fühlte ich wie neue Energie durch meinen Körper floss. Ich ging schnell runter. Dort stand meine Mutter. Sie fluchte, dass sie zu lange geschlafen hätte und nun auch noch zu einem Gespräch mit der Betreuerin meiner epileptischen Schwester müsse. Es war Viertel vor 3? Sie trug mir auf irgendetwas zu tun. Ich weiß nicht was, hörte ihr kaum zu. wollte.in.die.Küche. Und. Konnte.Nun.In.Die.Küche. Ich war allein. Niemand, der mich bremsen konnte. The rest is hintory.
Und was war anders heute? Anders war, dass ich es nicht hoch brachte. Ich wollte ohnehin nicht. Ich musste. Es schmerzte. Ich darf nicht. Ich soll es. Ich kann nicht beschreiben, was in mir vorging. Es war grauenvoll. Ich weinte. Erst hatte ich es mal wieder nicht geschafft, mich zu beherrschen, so sehr ich es versuchte, aber ich hatte versagt, mal wieder, nein, dann auch noch das. Ich versuchte mir einzureden, dass es nicht so schlimm sei. Suchte Trost. ES IST DOCH NUR ESSEN. Aber gleichzeitig stieg die Angst davor, der Hass auf mich und die Verzweiflung, diese unendliche Verzweiflung. Ich hielt es nicht aus.
Also zog ich meine Schuhe an, Jacke drüber. Draußen regnete es fürchterlich. Ich musste mich bewegen. Samstag nachmittag-kaum wer unterwegs.
Ich raste, ich hetzte, lief wie besessen. Ein Glück im Mittelgebirge zu wohnen. Berg auf und auf und auf. Ich konnte nicht mehr. Lief schneller. War irgendwann in der Nachbarstadt. Ging langsamer wenn ich jemanden sah, rannte am Feldweg. Rutschte. Fiel in den Dreck. Dass hatte ich verdient, dachte ich. Hechelte. Knie aufgeschlagen. Zähne zusammen beißen. Man muss ja noch noch Hause kommen. So.Schnell.Wie.Möglich. Also weiter rennen.
Mein Körper schmerzt, mein Magen krampft. Die Gedanken rennen. Bin völlig kaputt. Ich bin weiterhin allein und war die letzte halbe Stunde damit beschäftigt, einen Schnapsgummi gegen mein Handgelenk schnipsen zu lassen, um mich abzulenken. Mehr schlecht, als Recht.

Und Sie sagen, manchmal muss man erst ganz unten angelangt sein, bis es endlich wieder nach oben geht.
Doch wie weit muss ich noch fallen? Wann bin ich endlich im Tal? Wann darf ich endlich beginnen, wieder zu klettern?
Ich bin bereit dafür.
Doch bitte, lass keine Schlucht auf mich warten.

Ich weiß nicht, ob ich das schaff'.

Donnerstag, 20. März 2014

#25

Ich steige früh auf die Waage. 

48.5. 
Geh runter. 
Wieder hoch. 

48.5.
Geh wieder runter. 
Erneut hoch.

48.5. 
Wie hast du das angestellt? 

Wie? 

Heute war das nun schon dritte Treffen mit Frau H. Sie bemüht sich so sehr. Noch nie hat sich jemand um mich so sehr bemüht.
Heute war so wundervolles Wetter, deshalb machte sie den Vorschlag, dass wir anstatt in der Schule zu sitzen zum McDonalds fahren und dort reden könnten. McDonalds?
"Ich habe leider kein Geld mit" "Und ich lade dich auch ein und du brauchst gar nicht erst so bescheiden zu sein" 
Am Ende war es ein Mozzarella Salat, vier von diesen Käsesticks mit Tomaten Dip, die sie mir dazu noch aufdrückte und eine Apfelschorle. Aß ich... innerhalb von 2 Stunden.
2 Stunden in denen sie mir Vorschläge machte. "Wärst du abgeneigt von zuhause auszuziehen? Ich denke es würde dir gut tun, wenn du unter Gleichaltrigen wärst, in einer WG. Im Grunde lebst du ja schon bereits auf eigenen Füßen" - über meine schulischen Leistungen und dem Arbeiten sprachen "Es ist nicht deine Aufgabe, dich zu versorgen. Ich weiß gar nicht wie du das alles schaffst mit so wenig~" und wir meine gesamte familiäre Situation noch einmal aufwühlten. Ich erzählte ihr von meinem Schwestern. Der einen, die bereits ausgezogen ist, mit Kind und Freund ne Stunde von hier wohnt und nicht zurecht kommt. Der anderen, die im Behindertenheim ist. Der einen, die die Schule abbrach und nun mit ihrem Frühchen noch hier hockt und ihrer Zwillingsschwester, die sich die Ausbildung verbockte. Und der kleinen, die alles hat. Sie meinte, ich sei das typische Sandwich-Kind. Ich erzählte ihr von meinem Vater, meiner Mutter, deren Trennung. Und dem Neuem. "Wenn man das so hört, dann fragt man sich wirklich wie du dort landen konntest. Du scheinst wirklich die einzige zu sein, die sich bemüht und einen völlig anderen Weg geht." -"Ich möchte später mal nicht mehr so leben müssen"

Und dann? 
Dann traf es mich wie einen Schlag und ich war völlig überrümpelt.
Sie hat sie viel gestochert, weil ich so dünn sei. Ich habe gesagt, dass wir nicht zusammen essen und ich mich auch nicht einfach etwas nehmen darf, dass ich kein Frühstück in der Schule habe, dass ich nicht in die Küche geh' wenn jemand da ist, aus Angst vor dummen Kommentaren wie "Die Nudeln sind abgezählt" oder "Iss nicht so viel, sonst wirst du noch fetter" Das war's.
Sie sah mir besorgt in die Augen und sagte: "Wenn ich das so höre und deine dünnen Arme sehe, so scheint es mir als hättest du Bulimie" 
In dem Moment rannten mir zu viele Gedanken durch den Kopf, anstatt dass ich sagen könnte, was genau ich gedacht habe. Sieht man mir das an? Kann man jemanden so etwas ansehen? War es geraten? Weil ich so langsam gegessen habe? Ich verstand das nicht.
Wie?
Mir war es so unglaublich unangenehm, habe mich geschämt. Mir war es so unglaublich peinlich, wenn dass das richtige Wort dafür ist. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte.
Ich fühl mich schlecht.
Ich war nicht ganz ehrlich zu ihr. Das tut mir so schrecklich leid. Es macht mich ziemlich fertig. Ich lüge eigentlich nicht. Eine Lüge frisst mich auf.  Lieber sag ich... nichts. Sie fragte mich, ob ich mich öfters übergeben würde. Meine Gedanken rannten, konnte sie nicht ordnen, eine zu lange Pause entstand. Ich sagte nur, dass das schon mal passiert sei. Die Wahrheit ist, dass ich am Tag eine Mahlzeit habe, die in 70% der Fällen in einer FA übergeht und unweigerlich über der Schüssel endet. Wenn ich esse, dann kommt es mir mittlerweile schon von allein wieder hoch. Aber oft mach ich nichts dagegen. Und dann fühle ich mich so widerlich, so ekelhaft. Ich bin ekelhaft. Das konnte ich ihr nicht sagen.

Noch so vieles war gesagt, dass ich mir alles noch durch den Kopf gehen lassen muss. Das Gespräch hat mich ziemlich aufgewühlt.
Am Ende gab sie mir noch einen Brief für meine Mutter. Eine Einladung zu einem Gespräch am Montag. "Wir müssen handeln. Bitte versteh' dir bleibt sonst nicht mehr viel Zeit" 
Sie möchte meine Mutter sagen, wie sehr mich die Situation belastet, meine meine Mutter mir nicht zuhört und dass es nicht sein kann, dass sie ihren Pflichten als Sorgeberechtigte nicht nachgeht...
Ich habe ihr den Brief noch nicht gegeben. Er liegt hier direkt neben mir im weiß gebleichten Kuvert.
Ich weiß nicht genau wie meine Mutter darauf reagieren wird.
Ich werde ihn ihr geben.
Gleich morgen.
Was hab ich da los getreten?
Ich habe ein Tabu gebrochen.

Dienstag, 18. März 2014

49.9 - Zeit für... Veränderungen


Das Wochenende war wundervoll gewesen. Es war schön einmal wieder hier heraus zukommen und ich bin so unglaublich erleichtert, dass ich mich mit C., die Internet Freundin, die mich extra für die LBM aus dem Saarland besuchen kam, so gut verstanden habe. 
Ich hatte die Möglichkeit einem meiner größten Zeichenidole meine Bilder zu zeigen... und er sagte, er fände sie wundervoll, dass sie voller Emotion stecken würden und dass ich einen fantastischen Stil hätte. Ich hätte sterben können vor Freude. Am Ende hatte er sich von meinen Drucken, die ich ebenfalls dabei hatte gleich ganze drei Stück herausgesucht. Ich kann kaum beschreiben wie überglücklich ich war. 

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An guten Erinnerungen gilt es zu halten. Lass sie nicht los. Es gibt Momente im Leben, die das Leben wirklich lebenswert machen. Lass die Schattenseiten niemals die Lichtpunkte überdecken und erinnere dich in schweren Zeiten an all das Gute, Mutmachende. 
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Ich war heute bereits zum zweiten Mal bei unserer Vertrauenslehrerin gewesen. Das erste Mal am Freitag. Ich weiß, allein schaffe ich es nicht. Alleine schaffe ich es einfach nicht. Ich fühle mich so allein. Die Situation wird mir zu viel. Schule... Arbeit... Zukunftsängste.... der Stress zu Hause.
Es war schwer, aber ich habe mich getraut, mich an sie zu wenden. Ich hatte sie noch nie im Unterricht, aber kenne sie bereits von der Begabtenförderung etc. Sie ist wirklich sehr freundlich und ich denke, ich kann ihr vertrauen. Auch wenn es so schwer ist jemanden zu vertrauen, so muss ich es zumindest ... versuchen.
Ich erzählte ihr von der Situation zu Hause oder zumindest ein Bruchstück vom Ganzen. Nachdem ich mir Donnerstag wieder die Augen wegen all dem hier ausgeweint hatte und meine Mutter einem erneuten Versuch eines Gespräches beleidigend und verletzend aus dem Weg ging, musste ich mich endlich an jemanden wenden.
Reden. Fällt. Schwer. 
Bereits über das Wochenende hat sie sich Gedanken darüber gemacht wie sie mir helfen könnte. Sie sagte, sie würde nichts ohne mein Einverständnis tun. Niemanden anderes etwas von dem was ich sage erzählen. Auch nicht dem Jugendamt.
Reden.Fällt.So.Schwer.
Sie weiß, dass ich noch lange nicht alles erzählt habe. Deshalb treffen wir uns Donnerstag nach der Schule erneut. Ich bin mir unsicher, ob ich nicht etwas los getreten habe, dass ich später bereuen werde. Bitte lass es mich später nicht bereuen.
Denn.Reden.Fällt.So.Unglaublich.Schwer.
Von der ES habe ich ihr natürlich nichts erzählt, erzählen können. Aber sie meinte, dass ich bereits seit längerem aufgefallen war, dass ich stark abgenommen habe. 

"Du bist an einem Punkt angelangt an dem deine seelische Verfassung sich auf dein äußeres auswirkt. Das ist ein Zeichen, dass es bereits brennt. Ich bin froh, dass du nun zu mir gekommen bist. Das zeigt, dass du etwas ändern möchtest. Weißt du wie viel du bereits abgenommen hast? Du wiegst dich nicht so oft oder?"
"Ich weiß nicht genau... Ich glaube vor etwa 'nem halben Jahr hatte ich 8 kilo mehr", sagte ich leise, ganz leise. 
"Das ist ziemlich viel in der Zeit! Siehst du dich überhaupt noch wenn du in den Spiegel siehst?" Sie wirkte so bekümmert.
"Ja schon.."
"Wirklich? Denn du verschwindest. Du bist so schmal geworden, dass von dir kaum noch etwas übrig geblieben ist."

Derweil lachte mir heute die 49.9 entgegen. Ich weiß nicht wann ich zuletzt so viel gewogen hatte. Im Alter von.. 12? Vielleicht. Ob ich mich zu dünn gefühlt habe? Ich könnte niemals behaupten zu dünn zu sein. Stattdessen entsendete mein Gehirn, die Signale mit einem Schlag vermehrt das gute Serotonin durch meine Adern zu jagen. Ein Moment des Hochgefühls, des leicht Fühlens. Doch nicht leicht genug. Aber das ist es ja, nicht wahr? Die Sucht. Niemals genug. Niemals zu dünn. 
Ich will nicht weiter abnehmen. Ich will gesund sein. 
Aber.Ich.Bin.Noch.Nicht.Bereit.Jemanden.Davon.Zu.Erzählen. 
Ich wäre schon erleichtert, wenn sich die Situation Zuhause entspannt. Dann wird es vielleicht auch wieder mit der ES einfacher. Einfacher gegen sie zu kämpfen, wenn nicht alles auf einmal auf einen lastet. 
Oder gibt es da etwa nur einen närrischen Part in mir, der sich an sie klammern will?

Ich bin mir nicht sicher. 
Ich will sie nicht. 
Manchmal brauche ich sie. 
Ich weiß es nicht
Sie macht mich kaputt. 
Halte Durch. 
Bleibe da, noch ein kleines Stück.
STOP!

Mittwoch, 12. Februar 2014

This tongue is sealed


Ich möchte den Mund aufmachen. 
Sprechen. 

Flehen.
Jammern
Schreien.
Will es jemanden sagen.
Alles anvertrauen. 

Los werden.
Jemand stahl mir die Stimme.
Etwas zehrt an der Kraft. 


Möchte meine Gedanken in hörbare Worte fassen. 
Um Hilfe bitten.

Betteln.
Rufen.
Schreien.
Brüllen.
So hör mir doch zu.

Da ist nichts.
Habe den Mund voller Wörter.
Doch diese Zunge ist versiegelt. 

"Passt irgendwie zu Leuten 
mit Depression oder Mutismus"
-sagte sie. 
"Super umgesetzt"

Ich kann es nicht sagen,
aber immerhin kann ich es halbwegs zeichnen.


___________________________

51.6
Es muss sich was ändern.
___________________________


Habe gerade nicht so viel Zeit, doch vielleicht zu viel Zeit verschwendet.

Sonntag, 26. Januar 2014

»VIII - Etwas Ehrlichkeit

Du hattest gesagt, du würdest mit mir reden.
Du hattest gesagt, du würdest mir zuhören.
Du hattest gesagt, du würdest mir helfen.

Du sagst, ich wär dir nicht egal.

Du sagtest, es würde sich ändern.
Du sagtest, es täte dir leid.
Du sagtest, du hättest mich lieb.

Und fast hätte ich dir geglaubt.

Ich weiß nicht warum ich mir noch immer Hoffnungen mache,
obwohl ich doch weiß, dass ich enttäuscht werden würde.
Ich weiß nicht warum ich noch immer deinen Worten Glauben schenken mag,
obwohl ich weiß das jedes einzelne eine Lüge birgt.
Und ich weiß wirklich nicht, warum es mir immer noch so weh tut.

Du weißt es nicht und nichts wird sich ändern. Denn sagen kann ich es dir nicht. Sagen kann ich nichts. Es frisst mich auf und du weißt es nicht und du siehst es nicht und es interessiert dich nicht.
Denn alles, was du je zu mir sagtest, war eine Lüge.
Und alles, was ich je von dir wollte, war etwas Ehrlichkeit.

Dienstag, 21. Januar 2014

»V - Du willst es? Ja! Nein! Vielleicht!?!


Ich wäre heute in der Schule beinahe in Tränen ausgebrochen. Nur beinahe, konnte es zurückhalten, verstecken. Was bin ich froh. 
Ich hatte mir für dieses Schuljahr geschworen gehabt, nicht in der Schule zu weinen. Kein einzigstes Mal, welches ich bisher in den vergangenen Jahren noch nie geschafft hatte.
Der Anlass? Ganz klar: Enttäuschung, die Enttäuschung über mich selbst, dem Den-Eigenen-Ansprüchen-Nicht-Gerecht-Kommen-Können, das eigene Versagen. 
Wenigstens konnte ich heute meinen Vertrag als Zeitungsausträgerin verlängern, etwas positives. Ich hatte schon wirklich Angst gehabt ich könnte es doch nicht weiter machen. Ich brauche das Geld. Taschengeld gibt es keines, nicht für mich, hatte mich daran gewöhnt gehabt am Anfang des Monats wenigstens etwas zu bekommen. Das gab mir Sicherheit, ich konnte planen und investieren, aber vor allem gab es mir auch ein Gefühl der Eigenständigkeit, dem Nicht-Angewiesen-Seins. So wichtig im Leben, irgendwo zwischen Arbeit und HartzIV, was bin ich es leid.  


Darauf gleich einmal eine FA. Dabei lief es am Montag so gut. SO GUT. Ich hatte 3 dünne Scheiben Zwiebelbrot mit halbfett Magerine, 3 aufgeschwätzte Stücken Schockette gegessen (Ich weiß, sie hat es nur gut gemeint), einen Moccachino (150ml) aus dem Automaten, eine Tasse schwarzen Kaffee (200 ml) und ansonsten nur grünen Tee und Wasser getrunken.

Und dann heute Nachmittag, wollte ich es nicht anders machen. Ich hatte mir wieder eine Scheibe Brot mit Magerine und dazu ein Ei (ohne Eigelb, dass ich gewürzt in der Mikrowelle zum gerinnen gebracht hatte) gemacht gehabt. Aber dann sah ich die Reste in den Topf Nudeln mit Tomatensouce, den meine Mutter für ihren Lover und meine kleine Schwester zum Mittag gemacht hatte. Eine Nudel, man darf mal kosten, zwei Nudeln, sind schon drinnen, dann, DEN GANZEN REST. Und ich konnte mich nicht mehr bremsen, versuchte, scheiterte, schlang einfach alles was sich finden ließ in mich hinein. NOCH SCHNELLER, WARUM ERST KAUEN?!? - Ich platze - Jetzt behalte es auch drinnen, du eklige Kuh!- Ich kann nicht! - Du musst! - Ich werd' noch fetter! - DU MUSSTE! - ICH KANN'S NICHT!
An sich kann meine Zahnbürste nicht mehr Zahnbürste nennen...

Ich will abnehmen. Ja.
Aber nicht mehr speien. Nie wieder.
Ich brauche wieder mehr Disziplin, mehr Selbstbeherrschung. Wo ist sie hin?
Warum mach ich das?
Ich muss mehr Sport machen. Auf jeden Fall.
Aber nicht so viel essen. Unter gar keinen Umständen.
Ich darf den Mut nicht verlieren und muss weiter an meine Ziele halten. Sonst schaff ich nie etwas.


Ab heute zähle ich die Tage, an denen ich nicht speie.
Neue Pläne müssen her, neue Regeln.

54.7 kg


XOXO
xAurora

(Eine bereits etwas ältere Zeichnung von mir - noch immer der selbe Trott-)

Sonntag, 19. Januar 2014

»IV-Abschied nehmen

Es gibt viele Dinge für die ich bereits sowas wie ein Ritual entwickelt habe.  Zum Beispiel frühs aufzustehen. Ich stehe immer mit beiden Beinen gleichzeitig auf, dann gehe ich immer zuerst ins Bad und dann schaue ich immer nach den Vögeln. Ich brauche diesen kleinen Fix am Morgen. Sie bedeuten mir sehr viel, sind es doch die einzigen, die sich freuen wenn ich nach Hause komme, mir Gesellschaft leisten, wenn ich mich einsam fühle und mich mit ihrer Art aufmuntern, wenn ich traurig bin.
Ich habe zwei Nymphen, zwei Zebrafinken, einen Singsittisch, einen Barabandsittisch und zwei Wellensittische, oder hatte. Denn heute früh musste ich einen meiner Schützlinge tot auffinden. Wir hatten sie von einer Freundin aufgenommen, daher wusste ich nicht wie alt sie geworden ist. Panisch hatte ich versucht mich zu erinnern, wann sie zu uns kam, konnte es nicht, machte mir Vorwürfe, weil ich diejenige bin, die sich hier allein um die Vögel kümmert.
Was hatte ich falsch gemacht? 
Warum hatte ich es nicht bemerkt, wenn sie denn krank war?
Es ist meine Schuld.
Ich ließ die anderen aus den Käfigen, legte ihren starren zusammengefallenen Körper behutsam in einen Karton, reinigte den Käfig, sagte meiner Mutter bescheid:
"Naja das Viech wäre ohnehin früher oder später gestorben, was machst du da so ein Theater drum, jetzt hör auf zu weinen"
Tut mir leid, dass es mich mitgenommen hatte, tut mir leid, wenn mir das Viech so viel bedeutet hatte.
Mit einem halb verrosteten Spaten versuchte ich in der Kälte in die angefrorene Erde im Hof ein Loch zu schaufeln. Zu viel tam tam, meinte meine Mutter, wozu denn eine Beerdigung? Tut mir leid, dass ich so verletzlich bin.
Das Loch war gerade tief genug, um den Karton hinein zu legen.
Vielleicht hatte ich überreagiert. Aber vielleicht konnte sie nicht verstehen,  wie sehr ich an ihnen hänge und wie sehr mich der Gedanke, ich könnte mich nicht gut genug um sie gekümmert haben, quält. Und was ist falsch daran, wenn mir das Leben eines kleinen Geschöpfs so sehr am Herzen liegt. Sollte man Leben nicht schätzen egal wie klein es ist? 
Und Abschied nehmen fällt immer schwer.
Ich bin gerade so aufgewühlt, möchte einfach schlafen, aber die Gedanken surren durch meinen Schädel, so vieles ist heute noch passiert, doch ich habe bereits so viel geschrieben. 
Tut mir wirklich leid, wenn das alles jetzt etwas kindisch klingt, aber ich musste es gerade loswerden und vielleicht kann mich auch jemand verstehen.
-Damit fang ich besser nicht erst an-
XOXO
xAurora